Erfahrung zu ALLY Tour 16,5 Faltkanadier - brechen Sie auf zu neuen Ufern

 

KUNDEN-
BERICHTE ZU:

Solo13.7
Tramp 15
Tour 16,5
Expediton 18
Pathfinder 15,5 (neu Scout 15,5)
Challenger 17
Explorer 18,5

 

ERFAHRUNGSBERICHT - ALLY TOUR 16,5

Für mich persönlich das Optimum

Björn Steffen hat eine umfangreiche Rezension über den Tour 16.5 geschrieben mit dem Fazit:

Bin ich jetzt der absolute Ally-Hardliner? Nee, das werde ich auch nie werden können. Denn Eines geht diesem Boot ein wenig ab und das ist die Eleganz, Schönheit, Ebenmäßigkeit und Farbenfreude der modernen Laminat-Boote. Nur bin ich leider ein absolut beratungsresistenter Pragmatiker, ziehe den Fiat Doblo dem Ferrari vor, das Mountainbike mit Gepäckträger der 5,4kg-Möhre aus Zweilagen-Karbon, den Ortlieb-Sack dem Canoe-Pack, die Plastik-Tonne dem Wannigan, den Hobo dem Zeltofen, eine primitive Federstahl-Machete jeglichem Hau-, Spalt- und Trennwerkzeug, das Tarp dem Tipi und den Bleistift den Edelfüllern. Und genau in dieser Klasse ist für mich persönlich der Ally das Optimum!


Für jeden Einsatzzweck gut
Gepaddelt auf deutschen Seen und Flüssen und in norwegischen Fjorden hat das Boot seinen Zweck erfüllt. Beladen mit 1 bis 5 Personen (dann allerdings 3 Kinder dabei) lag es es immer sicher im Wasser.
Aufbau und Verpacken ging immer unkompliziert und schnell von der Hand (muss man erst lernen).
Auch alleine und mit Wind paddelbar (Gewicht nach vorn bei Gegenwind und nach hinten bei Rückenwind).
Seitenwind und keine Beladung sind ungünstig. Quer allein gegen den Wind ist fast unmöglich. Man muss den Wind genau gegenan nehmen.

Bisher keine Beschädigungen (Einsatz 3 Jahre auf vielen Touren).
Selbst zum geräuschlosen! Angeln geeignet (auch Fliegenfischen).

Zu empfehlen sind Spritzdecke und Sicherungsleine (mit den Klebebeschlägen).


Gibt noch Verbesserungspotential
Unser Boot ist noch neu und wurde erst einmal probehalber an einem See aufgebaut und wenige 100m probegefahren. Um es vorneweg zu nehmen, die Fahreigenschaften waren gut, soweit man das bei Windstille auf einem Baggersee beurteilen kann.

Nicht so toll fanden wir die Aufbauanleitung. Sowohl von der Beschreibung her, als auch von der Bebilderung her ist da noch Verbesserungspotential, da wichtige "Details" auf den Bildern nicht zu sehen sind. Auch die beiliegende DVD zum Aufbau ist etwas oberflächlich.

Schwerwiegender ist allerdings die Tatsache, das man das Boot nicht direkt aus der Lieferkiste aufbauen sollte. Das Alugestänge ist nicht entgratet und frisst sich desshalb leicht beim ersten zusammenbauen. Auserdem sollte man um Kratzer auf dem Gestänge zu vermeiden sämtliche Klemm und Kontaktstellen vor dem ersten Zusammenbau fetten bzw. ölen.
Als weiteres kleines Detail wäre eine Markierung an der Innenseite der Bootshaut hilfreich, welche das mittige Einlegen der Bodenmatte erleichtern würde.


ein zuverlässiger Partner
Bin nunmehr im 5. Jahr mit dem Ally auf Tour. Habe ihn vor allem auf schwedischen Seen als zuverlässigen Partner schätzen gelernt. Gestänge und Bootshaut ist sehr stabil und hat schon einiges überstanden. Brauche seine (fast) unbegrenzte Zuladung. Mit der Problematik der Windanfälligkeit (wenn man alleine im Boot sitzt und hat wenig Zuladung) kann ich leben. Ansonsten vermittelt mir der Ally das perfekte Kanufeeling. Gebrauchsspuren bleiben auf schwedischen Gewässern nicht aus. Mußte nun die erste Reparatur an der Bootshaut vornehmen. Stellte kein Problem dar. Kurz: ohne Ally Tour keine Tour mehr!

schwerer Abschied
Nun habe ich mein Boot etliche Jahre gefahren - meistens mit mehr Besatzung als vorgesehen (2 Kids, 2 Erwachsene oder 3 Kids, 1 Erwachsener) und Gepäck (ca. 40 - 50 kg: Vom teilweise anstrengenden Aufbau, wenn man alleine ist, mal abgesehen: Genial. Hat brav alles mitgemacht, Seen, Flüsse, Ostsee mit 2,5 m -Wellen, Bootsrutschen, Kentern mit voller Ausrüstung. Schönes Boot, ohne Zuladung aber sehr windanfällig und (für EX-Kajak-Fahrer) etwas langsam. Guter LKW auf dem Wasser. (Und das Problem mit dem Packsack von Four-Seasons habe ich durch richtiges Packen auch gelöst.

Das Ding bringt richtig Spaß.
Im Wildwasser (z.B. auf der Dordogne teilweise WW I-II von Argentat-Beaulieu) zeigt das Ally Tour was es kann.
Es ist wendig, und im Wildwasser sehr stabil. Durch die Flexibilität des Rumpfes können die Wellen richtig abgeritten werden.
Feste Kanus nehme da schon mal schnell eine Badewanne Wasser über. Selbst ohne Spritzdecke sind kleineren Wellen kein Problem, es wird kaum Wasser aufgenommen.
Die Bootshaut ist viel stabiler (da flexibel) als man zunächst glaubt, Steine, Kiesbänke sind kein Problem, falls man da mal aufsetzten sollte.
Einzig scharfe Felsen oder Betonkanten (z.B. Bootsrutsche) werden der Bootshaut gefährlich. Da scheuert man sich schnell was auf, das kann aber einfach und schnell repariert werden. Trotz Loch oder Scheuerstellen ist die Bootshaut weiter stabil (reißt nicht weiter ein).
Für solche Touren (Wildwasser) empfiehlt sich das Boot mit Kielstreifen und Scheuerleisten auzurüsten, eine Spritzdecke halte ich für unverzichtzbar. Die schützt vor Spritzwasser und Sonne, Wind, Regen, Kälte. Einziger Nachteil: Beim Transport weiß man nicht wohin mit dem Teil, die drei Hoola-Hopp-Reifen sind schon ein sperrig.
Weiter sind die guten Sitze zu erwähnen, da sitzt man bequem auch mehrere Stunden drauf.
Der 16.5 bietet genügend Platz/Zuladung um die komplette Ausrüstung für eine Woche (Zelt, Küche, Thremarest und Schlafsäcke etc. ) aufzunehmen.
Mit Gepäck (ca. 50 kg) liegt Boot sogar besser im Wasser.
Die ca. 18KG des Bootes zeigen beim Transport ihren Vorteil. Wo andere mit ihrem 30-40 Kg Dampfer entnervt aufgeben( z.B. das Kanu am steilen Hang am Flußufer hochtragen) macht das Ally keine Probleme. Trotzdem ist für längere Transportwege (Portagen, oder einmal quer über den Campingplatz) ein Bootswagen unverzichtbar (Eckla Foldy).
Beim ersten Aufbau habe ich (alleine) 1 Stunde dran gesessen, mit Übung und zu zweit geht es deutlich schneller.
Tip: Die Querspanten markieren das erleichtert den Aufbau.

Faltboot?
Ein Ally sollte man sich nur dann kaufen, wenn man wirklich ein Faltkanu benötigt - ansonsten ist man mit einem Festkanadier besser bedient...

Die Vorteile sind hier ja schon eifrig beschrieben worden, es gibt aber auch Nachteile:

- die Kennzeichnung des Gestänges ist bescheiden, erleichtert das Aufbauen nicht unbedingt
(unser Kommentar: dieser Mangel wurde behoben, alle Gestänge sind gekenntzeichnet)

- die Aluminiumstangen/-teile sind nicht entgratet - bisher gab es beim Aufbauen immer blutige Finger!

- die Bootshaut ist sehr fragil: Kurzer Seitenkontakt in einer Bootsgasse hienterliess gleich einige cm-lange Risse! hier wäre wiklich eine Vertärkung ab Werk angebracht!

- durch die hoch angebrachten Sitze ist das Boot mit wenig Gepäck beladen sehr kippelig!

- die Lieferung in einem Pappkarton ohne Transporttasche finde ich schon ziemlich arg - bei dem Preis sollte doch ein einfacher Packsack mit dabei sein, oder?

Fazit: Ich finde es recht teuer, bei Detailmängeln in Verarbeitung und Ausstattung. Nur kaufen, wenn man wirklich ein Faltkanu braucht - ein Kanu leihen wäre bei seltenem Gebrauch die bessere Alternative...


Tips beim Kentern
Ich fahre schon 4 Jahre mit dem Boot. Es ist einfach super!!! Sehr robust mit viel Zuladung. Das Aufbauen, auch bei Minusgraden, allein kein Problem. Die Außenhaut ist auch bei Kälte elastisch.

Und Wellen zu Durchfahren macht richtig Spass. Ich bin auch auf der Ostsee unterwegs gewesen und habe am Strand mal eine Kennterung insziniert.

Fazit: Das Boot um drehen zum Einsteigen, ohne auf dem Gund zu stehen, ist unmöglich. Die Isomatte gibt so viel Auftrieb, das es sich gleich wieder dreht. Also nur aufs Boot lehnen und an den Rand paddeln.
Habe es ja schließlich ohne Gepäck und Spritzdecke getestet.Wie es damit reagiert???? Hoffe es passiert nicht :-)

Und Salzwasser ist nicht gerade gut zum Aluminium. Aber nach dem es mit heißem Wasser abgewaschen, getocknet und mit WD40 eingesprüht wurde, auch kein Problem mehr.


Stabiles Boot
Dieses Boot hat eine gute Wasserlage und ist gegenüber Wellen relativ unempfindlich, man kann sich mitten auf dem Wasser sogar hinstellen.
Allerdings ist es windanfällig und läßt sich bei Seitenwind schwieriger lenken.

Einfach Klasse !
Nach mehr als 2 Jahren Einsatz auf Flüssen und Seen in Deutschland, Schweden und Finnland kann ich nur sagen: absolute Oberklasse. Erstklassige Verarbeitung, enorme Zuladung, mit ein wenig Übung einfach zu handeln ! Wir möchten unseren Ally nicht mehr missen. Selbst mit einem Mini-Auto (Ford Ka) kann man problemlos Boot mit (Falt-) Paddeln und eine umfangreiche Ausrüstung von 2 Leuten bequem im Innenraum des Autos verstauen ! Von der Solidität der Konstruktion sind wir nach mehreren Härtetests überzeugt. Der Ally geht durch Wellen wie Butter. Zum Nachrüsten unbedingt zu empfehlen: Kielstreifen und besonders die astreine Spritzdecke (teuer aber gut!). Gute Erfahrungen habe ich mit dem gelegentlichen Abreiben des Gestänges mit (wenig !) Ballistol gemacht. Die Teile bleiben fast wie neu ! Fazit: Uneingeschränkte Empfehlung !


Verarbeitung
Bei allen Vorzügen des Ally-Tour, welches ich nun schon einige Jahre nutze, gestatte ich mir, allen Lobrednern zum Trotz eine Kritik: die Kleinigkeiten sind es, die viel über die Güte des Produktes aussa-gen. Beispiel:ausfransen der Dollbord-Augen,aufplatzen der Spantenklips.Bei vielen Ally wird ein Kiel nachträglich auf geklebt,warum tut dies nicht gleich der Hersteller, ebenso eine Seitenlinie als Schutz gegen seitliches Scheuern.Wer sich ein solches Boot leistet, würde sicher auch noch einige Euro mehr ausgeben, wenn die Kleinigkeiten besser verarbeitet wären.
(Kommentar: Ally. ch bietet dies als Service Pack 1 an)


Wellenbrecher
Die Fahreigenschaften sind einfach gigantisch für die Konstruktion! Selbst WW 3 bin ich damit gefahren, dazu bei 5m Länge noch aleine, und es hat keine größeren Schaden davongetragen. Einzig die Anbringung von Flicken ist mit Vorsicht zu genießen, da sich der Leim bei Feuchtigkeit(also auch im Wasser) wieder löst

 

Ally Tour 16,5

   

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